Abruzzen

Östlich der italienischen Hauptstadt Rom gelegen, mit ca. 150 Km Anteil an der Küste und den Stränden des Adriatischen Meeres sowie einer grandiosen Hochgebirgslandschaft mit Gipfeln zwischen 1500 und 3000 Metern Höhe ausgestattet, ist die Region der Abruzzen eines der sehenswertesten Reiseziele des Landes. Die Abruzzen bestehen aus den vier Provinzen Chieti, L’Aquila, Pescara und Teramo. Gerade ihre geografische und natürliche Vielfalt auf relativ kleinem Raum machen sie zu einem wahrhaft interessanten Urlaubsparadies.

Die fünf Nationalparks, Regionalparks und Naturschutzgebiete Parco nazionale d’Abruzzo, Sirente-Velino, Gran Sasso, Majella und Monti della Laga bedecken ein Drittel des Territoriums. In den weit ausladenden Wäldern, an wilden Wasserfällen, auf kargen Hochebenen, in zerklüfteten Felslandschaften und am südlichsten europäischen Gletscher lassen sich noch heute Braunbären, Steinadler, Gämsen, Wanderfalken, Fischotter sowie Luchse und Wölfe bewundern. Ein großer Reichtum an Gewässern zeichnet die Gegend zusätzlich aus. So verlaufen dort unter anderem die Flüsse Tronto, Pescara, Sangro, Tirino, Tordino, Salto und Vomano, welche als Wander- und Kanustrecken, Badereviere, Angelstellen und Vogelschutzgebiete dienen.

Die größten, wichtigsten und aktuell wie historisch bedeutendsten Städte in den Abruzzen sind L’Aquila mit seiner Basilika Collemaggio, Sulmona mit seinen zahlreichen Palästen, Kirchen und Artefakten aus über 2000 Jahren Stadtgeschichte, die sympathische kleine Universitätsstadt Chieti, Teramo samt seinem Dom San Berardo, das seit der Renaissance für feine Schmiedekunst gerühmte Guardiagrele und das sich idyllisch an einen Berghang schmiegende Castelli. Sehr zu empfehlen sind auch authentische Ausflüge in die kleinen Dörfer und Gemeinden Pescocostanzo im Majella-Nationalpark mit der Basilica Santa Maria del Colle, Penne mit seiner gut erhaltenen Altstadt, Atri samt der Kathedrale Santa Maria Assunta und nach Salle, wo die Festungsanlage Castello Genova aus dem 11. Jahrhundert ein Publikumsmagnet darstellt.

Neben den zahlreichen Kirchen, Klöstern und Sakralbauten der früh christianisierten Region gibt es auch eine sehr vielfältige Museenlandschaft, speziell Häuser und Ausstellungen zur Lokal- und Regionalgeschichte wie auch zur Archäologie sind nahezu flächendeckend vertreten. Einen Besuch lohnen etwa die Ausstellung über die Bauern- und Hirtenzivilisation und die Steinsammlung der Marsica in Avezzano, das Archäologische Museum in Campli, das Keramikmuseum in Castelli, das Diözesanmuseum religiöser Kunst in Chieti, das Wolfsmuseum samt Beobachtungszentrum in Civitella Alfedena, das Museum der Abruzzen des Hochmittelalters und der byzantinischen Zeit in Crecchio, und das Hirschmuseum samt Beobachtungszentrum in Villavallelonga.

Die Abruzzen sind in Italien und auch international als für ihren Montepulciano-Wein bekannt, in den regionalen Küchen werden gerne und traditionell Meeres- und Hülsenfrüchte als Suppen und Eintöpfe, Lammfleisch am Spieß, Peperoncinos, Wurstwaren und vor allem die hochwertigen und handgefertigten Teigwaren verwendet, durch die Nähe zum Meer wie auch den zu den Bergen ist die Frische der Zutaten zumeist verlässlich gewährleistet.

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Abruzzo-Hochebene © Azathoth973 | Dreamstime.com

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