Costa Blanca

Sagenumwobene Städte, endloser Strand, Reisfelder, Burgen und Gebirge das steht für Costa Blanca. Mit mehr als 2900 Sonnenstunden verwöhnt die im Osten gelegene und 250 km lange „Weiße Küste“ (Costa Blanca) Spaniens jeden Sonnenhungrigen. Die Spanier nennen den Küstenstreifen liebevoll „Levante“ „das Land, in dem die Sonne aufgeht.“ Oder auch „Costa del Alzahar“ (Orangenblütenküste) aufgrund endloser Apfelsinenplantagen. Sicher ist, dass man hier Sonne, Strand und ein wunderbar mildes Klima das gesamte Jahr über genießen kann. Viele Fischerdörfer haben ihren Charme bis dato bewahrt. Und hinter paradiesischen Stränden findet der Spanien- Reisende eine sowohl Jahrhunderte alte Kultur- als auch eine abwechslungsreiche Naturlandschaft. Sie ist geprägt von zwei nahezu gegensätzlichen Räumen: dem relativ flachen Küstenstreifen und dem dahinter aufragenden Gebirge, den Ausläufern der Betischen Kordillere mit der Sierra d´Aitana.

Geschichte

Schon um 40.000 v. Chr. besiedeln altsteinzeitliche Nomaden die ersten Höhlen bei Villena. Ab 17000 v. Chr. Bauen die Kelt- Iberer befestigte Städte, und Phönizier und Griechen siedeln nach und nach an der Costa Blanca an. 300 Jahre lang, zwischen 600 bis 300 v. Chr. blühte die iberische Kultur. Beim heutigen Ort Elche wurde La Alcudia gegründet, dort entstand die noch heute sichtbare Büste Dama de Elche. Die Karthager erobern Spanien und gründen 227 Carthago Nova (Cartagena), 219 v. Chr. erobert Hannibal den Ort Sagunt. Nach diesem und damit dem 2. Punischen Krieg herrschen die Römer hier. Im 4./5. Jahrhundert wurde das Land christianisiert, 718 hält der Islam Einzug in Valencia. Bis ins 11. Jahrhundert hinein erlangte die Region Reichtum und Wohlstand. Doch in der Wiedereroberung Spaniens (Reconquista) erobert 1093 erst der Cid, 1238 dann Jaime I. von Aragonien Valencia. Sein Territorium wird Königreich. 1609 werden Mauren wie Juden vertreiben. 1691 bombardieren französische Schiffe Alicante. Und im 19. Jahrhundert wird die Küste von Napoleonischen und den Karlistenkriegen überrollt. Obwohl 1873 die I. Republik entsteht, wird bereits ein Jahr später die Monarchie wieder eingeführt. Seit 1982 ist Valencia Autonome Region, Spanien tritt 1982 der Nato und 1986 der EG bei.

Größere Städte an der Costa Blanca

Alicante

Die Spanier nennen Sie wie schon die Römer „Stadt des Lichts“. In Alicante ist nichts, wie es ist. Aus der maurischen Festung unter der Burg wurde eine moderne Hafenstadt. Und neuerdings geht die Altstadtsanierung mit größeren Schritten voran. Alicante hat einen Punkt, auf den ganz Spanien schaut. Er liegt 3407 m über den Meeresspiegel und ist verbindlich für alle Messungen im Lande. Den Punkt findet man auf der rosa Marmortreppe des Rathauses. Wunderbar ist die Altstadt ausgestattet mir verträumten Gassen, frisch geweißelten Fassaden und wie aus dem Bilderbuch entsprungenen Winkeln. Unbedingt anzuschauen sind das Castillo de Santa Bárbara, die Explanada de Espana, die aus 6,6 Millionen Mosaiksteinen besteht, die frühbarocke Kirche Concatedra de San Nicolás de Bari mit ihrer blauen Kuppel als auch das Jugendstilviertel und eine schicke Markthalle. Nicht zu vergessen ein Ausflug auf die Burg von Almansa im Ort Albacete oder die Burg von Biar.

Valencia

Viele Valencianer haben heute ein ausgeprägtes Nationalgefühl. Das liegt daran, dass Jaime I. 1238 das Gebiet den Mauren abtrotzte und das Königreich Valencia gründete, das bis nach Murcia und hinauf nach Katalonien reichte. Unbedingt lohnen einen Besuch die Kathedrale und das Museum der Kathedrale in der Stadt. Der achteckige Glockenturm Micalet ist das Wahrzeichen der Stadt. Ebenso dient der Almudín, ein mittelalterlicher Getreidespeicher, heute als Museum. Und in der Iglesia de San Esteban (Stefans-Kirche) soll der legendäre Cid, Nationalheld Valencias, seine Töchter verheiratet haben.

Weitere interessante Bauwerke in der Umgebung sind der Palast der Almirantes de Aragón, die Kirche San Juan del Hospital und das Konvent von Santo Domingo. 12 km südlich von Valencia liegt der Nationalpark La Albufera. Das schönste Fest der Stadt ist die vom 15.-19. März die „Fiesta des Fallas“. Während des Festtagstaumels werden riesige Pappmaschee-Figuren verbrannt. Wunderschöne Frauen in herrlichen spanischen Trachten wandeln dann durch die Stadt. Ebenso verdienen das weltweit bekannte Keramikmuseum und Museum der schönen Künste mindestens jeweils einen Tagesausflug.

Cartagena

Wer kennt die Geschichte von Karthago nicht? Jedes Jahr Mitte September feiert die Stadt die Landung des karthagischen Heeres 228 v. Chr. und die Eroberung von Cartago Nova durch die Römer 209 v. Chr. Auch heute noch ist die Stadt Stützpunkt der spanischen Marine. Der Urlauber kann hier eines der ältesten U-Boote der Welt besichtigen, das 1888 von Isaak Peral aus Cartagena konstruiert wurde. Facettenreich ist ein langer Spaziergang durch die von Jugendstilfassaden geprägte Altstadt. Das wichtigste Museum der Stadt ist das Archäologische Museum im Nordosten Cartagenas. Es zeigt in einer alten Markthalle karthagische, römische, westgotische und arabische Funde, darunter die römische Kopie einer griechischen Hermes-Statue.

Elche/Elx

Die durch ihren in Europa einzigartigen Palmenstrand gekannte Stadt Elche liegt in einer der heißesten Gegenden Spaniens zu beiden Seiten des Flusses Río Vinalopó. Mit etwa 300.000 Bäumen und den weitläufigen Parkanlagen ist die Stadt einer der angenehmsten Spaniens. Wichtigster Wirtschaftszweig ist hier die Schuhproduktion. Sehenswert sind die historische Altstadt, die öffentlichen Bäder aus der Maurenzeit und die feierliche Prozession in der Semana Santa (Osterwoche).

Kunst und Kultur an der Costa Blanca

Die Costa Blanca blüht nicht nur durch ihre endlosen, wohl duftenden Orangenplantagen, sondern ist auch durch ihre vielfältige Geschichte ein Mekka für Kunst, Kultur und Architektur. Ob Bildhauer, Maler oder Steinmetze die gesamte Küste ist angefüllt mit Museen über Archäologie und Kunst. Nicht vergessen sollte man einen Besuch im Museo de Arte Contemporáneo (Museum der Gegenwarteskunst) in Agostinas. Eine stattliche Sammlung spanischer und internationaler Kunst des 20. Jahrhunderts befindet sich im Museo de la Aseguradea.

Nicht nur wegen seiner Burgen und seines gotischen Adelspalastes lohnt ein Tagesausflug nach Morella. Der kleine Ort verdankt seinen Namen den Rittern des Montesa-Ordens. Ein Besuch der 2,5 km langen Höhlen genannt Coves des Saint Josep (Castellón de la Plana) und der Tropfsteinhöhle Cova de Canaobre lassen jeden sonnengebräunten Urlauber durch ihre Kühle und Frische im Innern der Höhlen erholen.

Ein weiterer Besuchermagnet ist ein kleines Bergdorf am Rande der Sierra d´Aitana genannt Guadalest. Etwa 2 Millionen Touristen kommen zur wohl schönsten Bergfestung der Costa Blanca. Die 180 Einwohner warten den Besuchern mit besonderen Museen (Foltermuseum, Miniaturmuseum) und vielen Restaurants auf.

Weitere Reiseinformationen über die Costa Blanca

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Mongo montgo Berg vom Meer Denia © Lunamarina | Dreamstime.com

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