Häuser In Cadaques An Der Costa Brava

Costa Brava

Mar i Muntanya Meer und Berge, das ist Costa Brava, die „wilde Küste“ Spaniens. Nichts charakterisiert die nördlichste und 220 km lange Küstenregion so sehr wie steile, wild zerklüftete Granitfelsen und idyllische Sandstrände. In der nördlichsten Küstenregion Spaniens und der äußersten Region der Iberischen Halbinsel erstreckt sich von der spanisch-französischen Grenze bis etwa 70 km nordöstlich von Barcelona. Katalonien (einer 17 autonomen Regionen Spaniens) ist auch eine uralte Kulturregion. Etwa 6 Millionen Einwohner leben hier. Zur Costa Brava gehört auch die flache Costa de Maresme („Marschland-Küste“). Die Costa Brava gliedert sich in drei landschaftliche Regionen: Alt Empordà im Norden, die mittlere Costa Brava Baix Empordá und in den Süden La Selva.

Geschichte

Die Katalanen, also die Bewohner der Costa Brava, sind eine Bevölkerungsgruppe romanischen Ursprungs. Bis zur Entstehung des spanischen Nationalstaates Ende des 15. Jahrhunderts nahmen sie im Mittelmeerraum eine dominante Stellung ein. Noch heute ringt Katalonien mit seiner Selbständigkeit, und die Katalonier sind in allererster Linie keine Spanier, sondern national verbunden mit ihrer Region. Denn bereits im 10. Jahrhundert war Katalonien ein mächtiger Staat und eine mit den Städte Venedig und Genua in Italien konkurrierende Seemacht im Mittelmeerraum. 1137 entsteht ein Großreich durch die Heirat des katalonischen Ramón Berenquer IV. mit Aragón. Etwa ein Jahrhundert später ab 1229 erblüht das Land durch die Eroberung der Balearen, durch die Inbesitznahme von der Region Valencia und den Ländern Sizilien und Sardinien. Der Seehandel sowie Wirtschaft, Kunst und Wissenschaften florieren. 1469 geht jedoch das Reich unter durch die Heirat König Ferdinands II. von Aragón mit der Thronfolgerin Isabella von Kastilien, die eine Personalunion eingingen. Im Laufe der Geschichte und der Streitigkeiten zwischen Frankreich und Spanien stand Katalonien oft auf der „falschen“ Seite. 1714 wurde Barcelona von französischen Truppen besetzt. Damit endete seine Selbstverwaltung. 1931 erlangte Katalonien in der so genannten Zweiten Republik sein politische Eigenständigkeit, die unter Franko und bis 1978 wieder unterbunden wurde. Währen des Spanischen Bürgerkriegs 1936-39 war das Land und vor allem Barcelona Schauplatz einer Revolution. Erst 1979 erhielt Katalonien ein neues Autonomiestatut. 1992 verschafften die Olympischen Spiele in Barcelona ein neues Selbstbewusstsein und damit erneut Auftrieb für die Katalanen.

Größere Städte an der Costa Brava

Barcelona

Weltstädtisches Ambiente bietet die katalonische Metropole, die von Gotik und Jugendstil, schöner Flaniermeilen und einer großartigen Museenlandschaft geprägten Hafen- und Handelsstadt Barcelona.

Girona

Die Hauptstadt der Costa Brava glänzt mit einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Ortskerne ganz Spaniens, mit der fantastischen gotischen Kathedrale, einer begehbaren Stadtmauer und zahlreichen Museen. Winklige Gassen und Bogengänge, malerische rote, ockerfarbene und gelbe Häuser sowie prächtige Bürgerpaläste lassen die Altstadt als eine historische Schatzkiste dem Besucher entgegen treten. Mittendrin noch ein Bonbon der besonderen Art: Das ehemaligen Judenviertel El Call ist das besterhaltene Kataloniens und ein einziges Labyrinth engster Treppenwege. Girona gilt als iberische Gründung des 5. Jahrhunderts v. Chr.

Figueres

Dank ihres Dalí-Museums verzeichnet die Hauptstadt des Alt Empordá vor allem in der Sommersaison einen regen Besucherstrom. Die Stadt zählt etwa 35.000, viele Franzosen decken sich hier bei einem Tagesausflug auch mit Spirituosen ein. Sehenswert sind dennoch ein Spielzeugmuseum sowie die wahrscheinlich größte Festung Europas Castell de Sant Ferran mit einem Mauerumfang von etwa fünf km Länge und etwa sechs km überdachten Gänge sowie Stallungen für 500 Pferde. Nicht weit und südöstlich der Stadt gelegen liegt das erst kürzlich eröffnete Museum naiver Kunst. Es zeigt im halbjährlichen Turnus etwa 500 Exponate auf drei Stockwerken im Ferienhaus von Salvador Dalí. Es gehört einer befreundeten Familie.

Kunst und Kultur an der Costa Brava

Piraten zerstörten immer wieder die Küstenregion, weshalb hochklassige Baudenkmäler hier eher selten zu besuchen sind. Dennoch bietet die Costa Brava Klöster, mittelalterliche Städtchen, monumentale Kirchen, Ausgrabungsstätten und Museen.

· Monestier Sant Pere de Rodes Die uralte, festungsartige Klosteranlage zählt zu den bedeutendsten romanischen Bauten Kataloniens. Grandios ist auch die einsame Lage hoch über dem Meer und dem Fischerstädtchen El Port de la Selva.
· Ruíines d´Empúries Knapp nördlich von L´Escala liegen die Reste einer der ersten griechischen Kolonien, die in Spanien gegründet wurden. Der Ausgrabungsstätte angeschlossen ist ein sehenswertes Museum, in der Nähe liegen reizvolle Strände.
· Poblat ibéric de Ullastret Noch eine hochinteressante Ausgrabungsstätte. Die Iberer gelten als die älteste bekannte Volksgruppe Spaniens. Ihre Siedlung in Ullastret war mit einer mächtigen Mauer geschützt, die bis heute gut erhalten ist.
· Peratallada Ein Bilderbuch-Städtchen mit schmalen Gassen, Steinbögen, Türmen und Stadtmauern. Völlig zu Recht steht dieser Ort unter Denkmalschutz.
· Pals Dieser Ort ist im Charakter ähnlich wie Peratallada. Der mittelalterliche Kern von Pals, der aus goldgelbem Sandstein errichtet wurde, ist erst kürzlich aufwändig restauriert worden.
· Besalú Besalú, das etwa 30 km von Figueres entfernt liegt, zählt zu den reizvollsten mittelalterlichen und deshalb denkmalgeschützten Städten Kataloniens.

Weitere Sehenswürdigkeiten gibt es in Tossa de Mar, in L’Estartit und in Girona.

Mehr als bekannt wurde die Costa Brava ebenso durch Salvador Dalí durch den surrealistischen Künstler, der hier seine vielfältigen Spuren hinterlassen hat. Das „surrealistische Dreieck“ bietet für seine Anhänger gleich drei Wallfahrtsstätten zu seiner Person:

  • Casa Museu Dalí Dalís Wohnhaus in Port Lligat wurde erst 1997 der Allgemeinheit geöffnet. Der Meister hat dem Anwesen, das sich aus mehr als einem halben Dutzend frührer Fischerhäuser zusammensetzt, deutlich seinen Stempel aufgedrückt.
  • Teatre-Museu Dalí Das von ihm eigenhändig gestaltete Museum in Figueres ist in einem ehemaligen Teater untergebracht. Nicht umsonst zählt es zu den meistbesuchten Museen Spaniens. Es ist ein surrealistischer Traum, den man erlebt haben muss.
  • Casa-Museu Castell Gala Dalí Im Dörfchen Púbol, nahe der Strasse C 255 von La Bisbal nach Girona, steht diese Schloss, das Dalí für seine Gefährtin Gala gekauft und in typischer Dalí-Manier eingereichtet hat.

Weitere Reiseinformationen über die Costa Brava:

Die schönsten Strände für Badeurlaub an der Costa Brava »

Küche und Wein an der Costa Brava »

Klima und Wetter »

© Fotos:

Cadaques (Costa Brava, Spanien) © Marlee | Dreamstime.com

Ähnliche Artikel