El Hierro

El Hierro

Klein, aber oho! Dies könnte man über die nur 270 Quadratkilometer kleine Mini-Insel mit knapp 11.000 Einwohnern sagen. El Hierro ist unter den sieben Hauptinseln das Wanderparadies, das fern vom touristischen Trubel Individual-Urlaubern liebevoll restaurierte Landhäuschen, schroffe Felsküsten und verschlafene Dörfer in einer rauen, vulkanischen Landschaft zu bieten hat. Wandern ist hier Hauptbeschäftigung.

Ein mächtiges, halbmondförmiges Kammgebirge durchzieht die Insel und erreicht mit dem Berg Malpaso eine Höhe von 1501 m. Überall gibt es Vulkankegel und ausgedehnte Lavafelder. Eine exotische Flora entwickelte sich aufgrund der Höhenunterschiede. Hier wachsen noch endemenische (aussterbende) Pflanzen, darunter 11, die nur noch auf El Hierro vorkommen. Sehr weit vom Festland entfernt, gibt es hier nur sehr wenige Tierarten.
Wasser ist auf der westlichsten Insel der Kanaren ein sehr kostbares Gut, kommt es doch nur vom Himmel und nicht aus Quellen. Es gibt einige Brunnen. Am nordöstlichen Ende der Insel liegt die Hauptstadt Valverde und der Flughafen, im Süden das sonnenverwöhnte La Restinga. Der Westen ist kaum besiedelt.

Geschichte

El Hierro unterliegt der Geschichte der kanarischen Inseln. Der normannische Baron Jean de Bethéncourt eroberte 1405 die Inseln für die spanische Krone. Die Ureinwohner von El Hierro waren die Bimbaches, ein friedliches und in Hütten lebendes Völkchen, welches just aus seinem Steinzeitalter-Dasein erst bei Entdeckung der Insel gerissen wurde. Die einst gut bewaldete Insel wird unter der spanischen Herrschaft abgeholzt, die Ureinwohner als Sklaven verkauft und zum christlichen Glauben gezwungen. Bis an dasEnde des20. Jahrhunderts war die Viehzucht die wichtigste Versorgungsquelle der Herreños. Auch spielte der strenge Katholizismus eine große Rolle im Alltagsleben der Inselbewohner. Bis heute herrscht dadurch eine tiefe Verbundenheit der Einheimischen untereinander.

Größere Städte auf El Hierro

Valverde

Dieser geschäftige und trotzdem geruhsame Ort der Insel mit seinen knapp 2.000 Einwohnern ist zugleich Hauptstadt. Da er bereits auf etwa 570 m über dem Meeresspiegel liegt, erreichen ihn die Passatwolken eher als die Sonnenstrahlen, so dass Valverde oft im Nebeln verschwindet. Sehenswert sind seine drei Ortsteile El Cabo, La Calle und Tesine trotzdem. Vor allem um den großen zentralen Platz Plaza Principal mit der wichtigsten Kirche der Insel, der Santa Maria de la Conception. Das massive Kirchengebäude ist auch von innen beeindruckend. Das Schiff wird von Säulen umrahmt und besitzt eine wunderschöne Holzdecke sowie einen barocken Altar. Daneben findet man das im altkanarischen Stil erst Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Rathaus Ayuntamiento.

La Frontera

Die allmählich zusammenwachsenden Orte Frontera und Tigaday bilden die Hauptorte der Gemeinde La Frontera und sind inzwischen zusammen größer als die Hauptstadt Valverde. Hier gibt es Obst- und Weinanbau sowie eine gute touristische Infrastruktur. Die schöne alte Kirche Nuestra Señora de la Candelaria steht an der Plaza de Candelaria, von wo aus sich die einzige Straße, die Carretera General, in vielen Serpentinen ins Golf-Tal windet. Direkt neben der Kirche steht die Lucha-Canaria-Arena. Hier wird unter freiem Himmel der kanarische Ringkampf, der Lucha Canaria, ausgetragen. Handgeschnitztes Kunsthandwerk kauft man am besten in der Casa Atensanía Madera.

El Pinar

ist eine der ältesten Siedlungen von El Hierro. Das Dorf besteht aus den zwei Teilen Las Casas und Taibique. Man lebt hier heute vielfach vom Obstbau und nicht mehr so sehr von der Viehzucht.

Sehenswertes auf El Hierro

El Golfo ist das fruchtbare Tal der Insel. Man kann es wunderbar durchwandern. Im Tal liegt auch das bekannte Mirador de la Peña. Das Aussichtsrestaurant zum steil abfallenden Golftal hin hat der 1992 verstorbene, berühmte kanarische Architekt César Manrique entworfen und perfekt in die Landschaft eingepasst. Die Aussicht ist atemberaubend schön, schon daher trinkt man dort zumindest eine Tasse Kaffee.

Monacal liegt im Norden der Insel und verfügt über reichlich Vegetation sowie über zwei große Naturschwimmbecken am Küstenstreifen.

Pozo de las Calcosas bestaunen ist eine traditionelle Siedlung aus Steinhäusern mit Strohdächern und unweit vom Ort Monacal gelegen.

Eines der wichtigsten Feste der Insel ist die Prozession Bajada de la Virgen de los Reyes. Bei diesem traditionellen Fest, das alle vier Jahre gefeiert wird, tragen die Bewohner von El Hierro ihre Heilige von ihrer Wallfahrtskapelle bis nach Valverde.

Das kleinste Hotel der Welt, das Punta Grande, befindet sich auf El Hierro. Es hat nur vier Zimmer und ein sich selbst empfehlendes Restaurant. Hier kann man abends von 19 bis 21 Uhr hervorragend essen. Man muss jedoch einen Tisch reservieren lassen.

Für die Höhlenbesichtigung wie die Cueva del Diabolo benötigt man festes Schuhwerk, um den steinigen Weg nach innen und außen zu bewältigen.

Sabinosa ist ein hübsches kleines Fischerdorf. Etwas unterhalb des Dorfes liegt La Rosa. Hier befindet sich die Pozo de La Salut, eine sehr radiumhaltige Heilquelle. Das Wasser kann innerlich wie äußerlich angewandt werden.

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© Fotos:

El Mocanal.El Hierro“ von MatapardaEigenes Werk. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

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