La Palma

La Palma

La Palma wird das „Grüne Herz“ oder auch „Isla Bonita“ (Schöne Insel) der Kanaren genannt. Es gibt nur wenige Eilande auf der Erde mit vergleichbaren Höhenkontrasten wie La Palma, beträgt doch der Weg vom höchsten Punkt der Insel, dem Berg Roque de los Muchachos, zur Küste nur sage und schreibe zehn Kilometer.

Die 706 km² große Inselfläche teilt sich kurioserweise in zwei so gegensätzliche Regionen, das man das Gefühl hat, von einer Welt in einer andere zu reisen: Der Süden erstrahlt mit einer ganz bizarren Landschaft. Er wird vom Kammgebirge Cumbre Vieja und Cumbre Nueva geformt. Zudem ragen etwa 120 kleine und große Vulkane in den Himmel, von denen die letzten 1949 und 1971 tätig waren. Am Vulkan Teneguía strömt noch heute heiße Luft an vielen Stellen aus dem Krater.

Der Norden dagegen lockt mit einem ungewöhnlich abwechslungsreichen Landschaftsbild. An rauen Bergen hängen große Nebel-, Regel- und Lorbeerwälder. Bäume werden hier 15 Meter hoch und sind mit Farnen, Moosen und Pilzen überwachsen, besonders zur Regenzeit. Einem riesigem Vulkankrater gleich ist die Caldera de Taburiente, ein fast kreisrunder Erosionskrater mit neun Kilometer Durchmesser. Seine höchste Stelle ist der Gipfel des Roque de los Muchachos mit 2.426 m Höhe. Der Blick in den tiefsten Senkkessel der Welt und zu den Nachbarinseln lässt jedes Herz höher schlagen. Steile Klippen ragen an der Nordküste aus dem Atlantik. Im Nordwesten der Insel blühen zart in rosarot die Mandelbäume zwischen Januar und März. Auch Drachenbäume kann man hier bewundern.

Geschichte

Ein Jahr nach der Entdeckung der Kanaren gründete sich die bis heute bestehende Inselhauptstadt Santa Cruz. Das war 1493, ein Jahr nach der Entdeckung Amerikas. Im Jahr 1553 wurde dann die Stadt erstmals von Piraten zerstört. Sie konnte aber relativ rasch wieder aufgebaut werden und dann den Angriffen des englischen Piraten Francis Drake- dank neuer Festungsanlagen- standhalten. Bereits 1650 hatte Santa Cruz nach Sevilla und Antwerpen den drittgrößten europäischen Hafen des spanischen Königreichs. Es gediehen der Schiffsbau, die Zuckerrohrerzeugung sowie der Wein- und Tabak- Anbau. Schließlich verhalf die Kultivierung von Bananen über die wirtschaftliche Krise im 18. Jahrhundert. Die Inselbewohner gewannen neues Selbstbewusstsein, entwickelten Wohlstand und Kultur. Die Insel überstand unbeschadet Francos Herrschaft, und auch vom Zweiten Weltkrieg blieb die Insel verschont.

Derzeit starten viele Versuche, die Monokulturen von Bananen aufzubrechen und mit den Anbau von Avocados, Gemüse und Zitrusfrüchten die Erde fruchtbar zu halten. Nicht zu unterschätzen ist mittlerweile der in den 60-er Jahren begonnene Tourismus, der nunmehr eine immense Einnahmequelle für die gesamte Insel darstellt.

Größere Städte auf La Palma

Santa Cruz de la Palma

Die Altstadt von Santa Cruz ist einer der schönsten und best erhaltenen auf den Kanarischen Inseln. Sie steht heute unter Denkmalschutz. Zu Kolumbus Zeiten war sie wichtigster Umschlagplatz zwischen dem spanischen Mutterland und den amerikanischen Kolonien. Aus der Zeit des Angriffs durch den englischen Piraten Francis Drake 1585 stammt noch das Castillo Santa Catalina und das Castilla de La Virgen. Das heutige und das historische Zentrum fallen auf die Plaza de Espana, der auch eine der schönste Plätze der Kanaren ist. Die Iglesio El Salvador ist eine dreischiffige Hallenkirche aus dem Jahre 1588. Einen Blick sollte man auf den Palacio Salazar werfen, er ist das älteste noch erhaltene Wohngebäude von Santa Cruz von 1588. Und beim Rundgang durch die herrliche Altstadt vergesse man nicht, immer wieder einen Blick in die farbig gekachelten Treppenhäuser zu werfen.

Los Llanos

ist trotz ihrer Größe eine angenehme, ruhige Stadt und trägt ob ihrer Einwohnerzahl den Namen „heimliche Hauptstadt“. Nicht nur ihre Shoppingmeile mit luxuriösen Boutiquen, sondern auch ihre Gassen mit alten Bürgerhäusern, niedlichen Lokalen sowie ihrer Markthalle laden zum Verweilen ein.

Fuencaliente

liegt im Süden der Insel und am Fuße des Vulkans San Antonio. Der Ort mit knapp 2.000 Einwohnern verdankt seinen Namen einer heißen Heilquelle, die beim Ausbruch des Vulkans 1677 verschüttet wurde und blieb. Fuencaliente lebt vom weithin sichtbaren Wein- und Bananenanbau und hat noch eine in Betrieb befindliche Saline. Besteigungen des Vulkans sind zur Hälfte möglich. Ein beträchtlicher Teil des Gemeindegebietes steht unter Naturschutz. Dazu gehören die südlichen Ausläufer der Cumbre Vieja und das Naturschutzgebiet Tamanca. Es gibt großflächige Kiefernwälder rund um den Freizeitpark Fuente de Los Roques.

Sehenswertes auf La Palma

La Palma hat sich in den letzten Jahren auf seine Touristen überaus gut vorbereitet. Auf der Insel gibt es Museen und Stätten der Handwerkskunst. Sie erwarten geradezu freudig die Besucher der Insel, können Sie doch durch die Einnahmen ihre Traditionen bewahren:

Der Archäologischer Park Belmaco in Mazo ist eine Fundstätte mit Resten der Ureinwohner Guanchen. Hier werden Inselprodukte wie Zigarren und Honig verkauft.

La Palma punktet auch mit einem weiteren Superlativ: Es besitzt die größte Sternwarte der Welt auf dem Roque de los Muchachos. Sie wurde in den neunziger Jahren von mehreren europäischen Staaten gebaut und zusammen betrieben. Grund dafür ist, dass die Insel durch ihre kleinen Städte kaum Streulicht über der Insel leuchtet und sie über extrem saubere Luft verfügt.

In einem restaurierten Franziskanerkloster in Santa Cruz öffnet täglich das Inselmuseum. Es informiert über Archäologie, Heimatkunde, Kunst und Natur.

Für Kinder wie Erwachsene lohnt ein Besuch des Schiffsmuseums in Santa Cruz.

In der Mühle El Molino in Mazo kann man der Reproduktion von Guanchen- Keramik zuschauen und diese dann auch kaufen. Zusätzlich haben die Mühlenbesitzer hier ein volkskundliches Museum eingerichtet.

La Palma ist eine der drei Inseln des kanarischen Archipels, die Wein anbaut. Über Einzelheiten der Weinproduktion informiert das Weinmuseum in Las Manchas.

Der wahrscheinliche Höhepunkt eines Inselaufenthaltes ist eine Wanderung im Nationalpark Caldera de Taburiente. Er ist mit etwa 1700 Metern der tiefste Einsturz- oder Senkkessel der Welt. Sein mit 9 Kilometern großer Krater ist ein El Dorado für Naturliebhaber. Wasserfälle, Steinhänge, mythische Felsen und interessante Gesteinsformationen bilden das Umfeld für vielfältige Wanderungen. Die Caldera ist jedoch nicht ungefährlich, deshalb sollte man nicht alleine hineingehen. Das Informationszentrum in El Paso am Krater informiert über Flora, Faun, Geschichte und Entwicklung der riesigen Senke. Hier meldet man sich für geführte Wanderungen an

Ein Informationszentrum gerade für Wanderer ist im Lorbeerwald Los Tilos im Biosphärenreservat gelegen. Hier findet man Details über die Insel zu Flora und Fauna und ausreichende Informationen zum Wandern.

Der Vogelpark La Palma Parque Paraiso de las Aves ist erst seit neun Jahren geöffnet. Das Spezialgebiet des Zoos sind Vögel, Frucht- und Insektenfresser sowie auch Schwarzohrpinseläffchen, welche vom Aussterben bedroht sind.

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© Fotos:

Promenade von Puerto Tazacorte, La Palma © T.w. Van Urk | Dreamstime.com

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