Palacio De Cominicaciones In Madrid

Madrid

Jubel, Trubel, Heiterkeit. Spaniens Hauptstadt ist eine Fundgrube aus Alltag und Wandel. Vital und lebensfroh. Knapp zwei Drittel der Einwohner sind unter 30 Jahre alt. Hier leben Jung und Alt in Eintracht. Das prägt das städtische Bild. Wer in die Fünf-Millionen-Metropole und damit drittgrößte Stadt Europas (nach London und Berlin) reist, begegnet einer immensen Vielfalt und Widersprüchlichkeit. Madrid ist Kulturmetropole, nicht nur wegen seines Museumsdreieck Prado, Thyssen-Museum und Rheina-Sofia-Museum oder der anderen 70 Museen. Es ist die moderne Stadt Spaniens mit sechs Universitäten, Hochschulen, 30 Theatern. Die quirlige Stadt bildet den Mittelpunkt des spanischen Musik- und Theatergeschehens. Sie ist Sitz des spanischen Königshauses, der spanischen Regierung und des Erzbischofs. Beeindruckend ist der Reichtum an Palästen, Schlössern, Museen und einzigartigen Bauwerken. Etwa drei Millionen Touristen, darunter fast die Hälfte Japaner, kommen jährlich.

Madrid befindet sich im Zentrum Spaniens 665 m über dem Meeresspiel. Nordwestlich der Stadt erheben sich die Berge der Sierra de Guadarrama, die in ihrer höchsten Erhebung 2.429 m hoch aufragen. Historisch gesehen gehört das vom kleinen Fluss Manzanares geteilte Madrid zu Kastilien. Heute gehört es zur Region Madrid.

Geschichte

Um 860 bauten die Mauren hier die Festung Alcázar. Nach Jahrhunderten des Wanderkönigtums verlegt Phillip II. 1561 seinen Hofstaat in den Ort Manzanares aufgrund der Weite, die den Ort umgab. Madrids Aufstieg vom Aschenputtel zur Königin verlief nicht so schnell wie meist angenommen. Madrid war bereits Mitte des 16. Jahrhunderts kein Dorf mehr, sondern ein kleine Stadt. Gegen Ende des 16.Jahrhunderts war die Stadt mit 60.000 Einwohnern größer als Nürnberg. 1596 musste Phillip II. Staatsbankrott anmelden. Die Ära der Bourbonenherrschaft beginnt 1701 mit Philipp von Anjou aus Frankreich, der sich im Spanischen Erbfolgekrieg 1701-14 gegen Habsburg durchsetzen konnte. Durch ihn gelang der Wiederaufstieg Spaniens. Der dritten Bourbonenkönig Karl III. nahm die Neugestaltung der Stadt vor, so gesehen die heute noch führenden Straßenachsen, Plätze und Brunnen der Stadt. Es kam und ging die napoleonische Herrschaft, die Karlistenkriege 1833 bis 1876 , die Septemberrevolution 1868, und der Krieg 1898 gegen USA mit Kuba, Puerto Rico und die Philippinen, wobei Spanien seine Kolonien verlor. 1931 begann die Zweite Republik, 1936 kam Franco durch einen Putsch an die Macht. Dessen Diktatur prägte bis 1975 die Stadt. Danach begann der Weg der Demokratie auch in Spanien und seiner Hauptstadt Madrid.

Sehenswertes in Madrid

Galerien & Museen

Kunst und Kultur werden in Madrid groß geschrieben. Um der sommerlichen Hitze zu entfliehen, kann man sich in sein Hotel oder in eines der 73 (!) Museen, die alle Bereiche des menschlichen Wissens umfassen, verkriechen:

Museo Nacional del Prado
der Prado besitzt die wohl umfangreichste und glanzvollste Gemäldesammlung der Welt. Der Besucher wird selbst nach einem mehrstündigen Rundgang nicht in der Lage sein, auch nur die Hälfte der etwa 1500 Gemälde zu betrachten. Die Schwerpunkte liegen auf altniederländischer und spanischer Malerei des 17. Jahrhunderts. Hier gibt es Bilder von Goya, van Gogh, Velázquez, Dürer, Tizian, Rubens und vielen anderen, bedeutenden Künstler der Welt zu sehen.

Das Centro de Arte Reina Sofía
stellt als Hauptwerk Picassos Guernica aus. Vornehmlich findet sich ergänzend zum Prado die spanische Kunst des 20. Jahrhunderts ein, darunter Werke von Picasso und Dalí. Das Zentrum ist Treffpunkt zeitgenössischer Künstler und Podium für zeitgenössische Musik.

Das Museo Arqueológico Nacional
das archäologische Nationalmuseum – ist nach dem Prado das bedeutendste Museum in Madrid. Es zeigt Kunstwerke all jener Völker, die die Iberische Halbinsel jemals betreten haben. Zu den Hauptwerken zählen iberische Skulpturen des 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. wie die Dame von Baza und der Löwe von Baena.

Im Museo Thyssen- Bornemisza
erhält der Kunstgeneigte tiefe Einblicke in eine der größten Privatsammlungen moderner Kunst der Welt. Etwa 800 Werke aus der Malerei des 13. bis 20. Jahrhunderts können hier bestaunt werden.

Das Museo Nacional de Ciencias Naturales
ist das Nationalmuseum der Naturwissenschaften. Es besitzt die größte Meteoritensammlung Spaniens. Didaktisch aufbereitete Wechselausstellungen vermitteln dem Laien Fachwissen. Unter anderem stellt es rekonstruierte Riesenskelette der Dinosaurier in Originalgröße von 30 Meter Länge und 6 Meter Höhe aus.

Sehenswürdigkeiten

Der Königspalast Palacio Real de Madrid wurde im 18. Jahrhundert errichtet. Er ist ein herrschaftlicher Bau höchsten Ranges. Es ist das „Versailles von Madrid“ mit allem Prunk der letzten Jahrhunderte. Der Palacio Real steht auf dem Gelände des ehemaligen Alcazar, also der früheren moslemischen Palastburg. Nur in Gruppen darf man den Palast besichtigen, vorbei an Kronleuchtern, Teppichen und Wandbehängen, Uhren, Porzellan, Gemälden und Möbeln. Hier herrschten die Könige Spaniens von Karl III. bis Alfons XIII. Die herrliche Vierflügelanlage war die politische Machtzentrale des spanischen Königreichs. Außen gibt es prunkvolle Anlagen der Gärtner Sabatini und Campo del Moro, die zum Lustwandeln einladen. Im Inneren dagegen erstrahlen reich geschmückte Salons wie etwa der Salón de Alarderos (Hellebardensaal), der Salón de las Columnas (Saal der Säulen), der Salón de los Espejos (Spiegelsaal) oder das Cuarto del Rey Carlos Tercero (Zimmer König Karls III.), neben vielen weiteren. Bewundert werden können Gemälde von Velázquez, Goya, Rubens, El Greco und Caravaggio.

Das El Escorial ist ein Vielzweckbau mit Kloster, Mausoleum, Schloss und Priesterseminar. In einer Rekordzeit von nur 21 Jahren wurde es 1584 fertig gestellt. Jedoch verleihen die 2500 Fenster dem Blockbau von 206 Meter Länge mit 16 Innenhöfen und 88 Brunnen wenig freundliche, dafür eine skurrile enge Atmosphäre. Bemerkenswert sind der in jeder Ecke ausgemalte, riesige Saal der Bibliothek, die Klosterkirche und die Reliquiensammlung mit 7500 Exponaten.

Das Augustinerinnenkloster Monasterio de El Encaranción und vorrangig seine Klosterkirche besitzen eine umfangreichen Reliquiensammlung, darunter den Ring der heiligen Margarethe und ein Gefäß mit dem Blut des heiligen Pantaleon, dem Madrid besondere Aufmerksamkeit widmet.

Doch bis heute umstrittene Sehenswürdigkeit Spaniens ist das Tal der Gefallenen mit dem Riesenkreuz, welches man aus Kilometer weiter Entfernung gut sichten kann. Neben dem Kreuz steht hier die größte Felsenkirche der Welt mit prachtvoller Kuppelmosaik und prunkvollen Wandteppichen des 16. Jahrhunderts. Die Grabeskirche mit 50.000 Überresten des Bürgerkrieges ist ein Symbol der Verflechtung von Kirche und Staat unter Franco.

Als Sommerresidenz der Bourbonen gedacht und genutzt ist das Schloss von Aranjuez bei Madrid. Alljährlich kommen viele Besucher, um gerade die Gärten des Schlosses und sein Interieur zu besichtigen.

Die 1987 eröffnete Moschee und Begegnungsstätte, deren Bau aus der saudi-arabischen Staatskasse finanziert wurde, ist eines der größten islamischen Zentren in Westeuropa.

Die Zwillingstürme der Puerta de Europa unweit vom Bahnhof Chamartin wurden 1996 von der KIO (Kuwait Investments Office) in Zusammenarbeit mit den amerikanischen Architekten Johsen und Burge erbaut. Jedes der beiden Gebäude ist 115 Meter hoch und um 15 Grad geneigt.

Die Almudena Kathedrale ist fertigt gestellt und beseht aus mehreren architektonischen Stilen.

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© Fotos:

Madrid – Palacio de comunicaciones 01“ von SelbymayEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons. Lizenztext: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode

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