Marken

Marken

Eingebettet zwischen dem Zwergstaat San Marino im Norden, der umbrischen Hauptstadt Perugia im Westen, den landschaftlich ähnlichen Abruzzen im Süden und dem Adriatischen Meer im Osten liegt mit der knapp 10 000 Kilometer großen Region Marken ein größtenteils recht gebirgiges Gebiet.

Im Gegensatz zu manch anderer mittelitalienischen Region sind die Marken bislang noch von allzu großen Besucherströmen und deren Begleiterscheinungen verschont geblieben, was ihnen eine gewisse Ursprünglichkeit bewahren konnte. Das authentische Berg- und Hügelland samt seiner Küste ist in die fünf Provinzen Ancona, Ascoli Piceno, Fermo, Macerata und Pesaro-Urbino aufgeteilt. Insgesamt leben dort über anderthalb Millionen Menschen, die Hauptstadt ist das einst als Republik eigenständige und für seine vielen gotischen Baudenkmale bekannte Ancona mit etwas über 100.000 Einwohnern.

Die Marken, deren Name sich von der mittelalterlichen Bezeichnung für römische Grenzgebiete herleitet, sind landschaftlich vor allem durch den Gegensatz von Adria und Apennin charakterisiert. Während die ca. 180 Kilometer lange Küste durchaus touristisch erschlossen ist und mit den Städten und Gemeinden Ancona, Pesaro und Fano auch bedeutende wirtschaftliche Zentren besitzt, ist der lediglich dünn besiedelte Abschnitt des Apenningebirges im Landesinneren weitaus eher ein ruhiges Refugium für Fauna und Flora. Naturparks, Regionalparks und Naturschutzgebiete wie der knapp 700 Km² große „Parco Nazionale dei Monti Sibillini“ samt seines Blumenparadieses der Hochebene Piano Grande, das weiter nördlich gelegene Reservat des WWF „Toricchio Riserva Naturale“ mit den Vorkommen von Schmetterlingen, Wildkatzen, Dachsen, Eichhörnchen und Wölfen, der von Steinadlern und Wanderfalken bevölkerte Regionalpark „Gola della Rossa-Frasassi“, der Park „Bosco Tecchie“ bei Cantiano mit seinen Wild- und Stachelschweinen, der für sein Rotwild bekannte Naturpark „Simoncello“ und der Naturpark „Colle San Bartolo“, wo sich unzählige Möwen und Kormorane tummeln, sind allesamt sehenswerte natürliche Ausstellungen der regionalen Tier- und Pflanzenwelt.

Die größten und wirtschaftlich wie historisch bedeutendsten Städte der Marken sind vor allem auch als Standorte berühmter Kunstschätze und altehrwürdiger Architektur bekannt. Dutzende von Burgen und Wehrtürmen, unzählige Kirchen und Klöster, weit über hundert Wallfahrtsorte, zahlreiche archäologische Ausgrabungsstätten und die höchste Dichte an Museen und Gemäldegalerien im ganzen Land machen die Region auch in kultureller Hinsicht zu einem absoluten Geheimtipp. Bekannt für ihre wertvolle Bausubstanz, gut erhaltenen Altstädte und prachtvollen Gebäude sind etwa Pesaro, Urbino, Urbania, S. Leo, Mondavio, Cagli, Gradara, Loreto, Recanata, Osimo, Offagna, Corinaldo, Sassoferrato, Jesi, Fabriano, Camerino, Tolentino, San Severino Marche, Matelica, Macerata, Sarnano, Civitanova Alta, Monte San Giusto, Ripatransone, Offida, Acquaviva Picena, Montefortino, Amandola und Falerone.

Die Küche der Marken ist ähnlich wie in den anderen gebirgigen Gegenden der Ostküste auch recht rustikal und an bäuerliche Traditionen angelehnt, zum Einsatz kommen etwa Trüffel, Dinkel und der Pecorino-Schafmilchkäse. Große Mengen gegrilltes Fleisch und lokale Delikatessen wie gefüllte Tauben, gekochtes Kaninchen mit Fenchel, die Fischsuppe „Brodetto“, Spaghetti mit Muscheln oder Meeresfrüchten und der gefüllte Teigfladen „Piadina“ werden von Weinen wie dem Verdicchio, Vernaccia und Morro de Alba begleitet.

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Urbino-Ansicht © Valeria Cantone | Dreamstime.com

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