Turin Im Piemont

Piemont

Mit ihrer Fläche von über 25.000 Km² nimmt die italienische Provinz Piemont fast den gesamten Nordwesten des Landes an den Grenzen zu Frankreich und der Schweiz ein. Landschaftlich wird die gebirgige Gegend im Norden und im Zentrum vom alpinen Teilgebiet rund um die Täler Stura, Maira, Varaita, Po, Pellice, Chisone, Valle di Susa, Valli di Lanzo, Valle dell‘ Orco, Aostatal und Valsesia geprägt. Südlich daran schließen die fruchtbare und intensiv landwirtschaftlich genutzte Po-Ebene sowie das für seine Weine Barolo, Barbera und Barbaresco bekannte Hügelland der Langhe zwischen den Flüssen Tanaro und Bormida an.

Berühmt ist das Stammland des langjährigen italienischen Königshauses Savoyen auch für seine wechselvolle Geschichte mit sich teils abrupt abwechselnden Phasen von Fremdherrschaft und Selbstständigkeit, die günstige strategische Lage sorgte über Jahrhunderte für viele territoriale Begehrlichkeiten seitens der geografischen Nachbarn. Heute ist die Region in die acht Provinzen Alessandria, Asti, Biella, Cuneo, Novara, Turin, Verbano-Cusio-Ossola und Vercelli aufgeteilt, in denen zusammen fast 4,5 Millionen Menschen leben.

Obwohl offiziell nicht mehr zugehörig, verkörpert auch das bekannte Aostatal nördlich der Region den Naturraum der Gegend in fast idealtypischer Weise. Fast 5000 Meter hohe Berge wie der Monte Bianco und Monte Rosa wechseln sich mit tiefen Tälern und Schluchten ab.

Ebenso charakteristisch ist auch der über 200 Km² Fläche aufweisende Lago Maggiore als zweitgrößter See Italiens, der aufgrund seiner teils mediterranen Flora und Vegetation um seine Uferorte schon seit dem 19. Jahrhundert ein wichtiges Zentrum des Fremdenverkehrs darstellt. Wie ihr Name schon nahe legt, ist die Po-Ebene dagegen weitaus weniger von Erhebungen durchsetzt, hier bestimmt zum Teil großflächig betriebene Landwirtschaft das Erscheinungsbild. In der Millionen- und Regionalhauptstadt Turin wie auch in Novara, Alessandria und Vercelli und deren Umgebungen dominieren vielerorts Industriegebiete die Landschaft.

Weitere wichtige Städte der Region sind Asti als Heimat des nach ihr benannten Schaumweins „Asti spumante“, Canelli mit seinen großen Weinanbaugebieten, die Textilstadt Biella mit der Wallfahrtskirche Sacri Monti als UNESCO-Weltkulturerbe, Cuneo mit den lokal typischen Arkaden im Stadtzentrum, Alba als Stadt der weißen Trüffel und römischen Ruinen, Bra als Zentrum der Käseindustrie und Gründungsort der italienischen Slow Food-Bewegung, die fleißige Stahlstadt Mondovì, Verbania mit dem weltberühmten botanischen Garten der Villa Taranto und das liebenswürdige Savigliano mit seinem sehenswerten Eisenbahnmuseum.

Kulturell, kunsthistorisch und architektonisch ist das gesamte Piemont ein einziges Kleinod, die barocken Klöster, Kirchen und Paläste in Turin, die Festungen, Schlösser und Burgen in Manta, Racconigi, Caravino, Fenestrelle, Pollenzo und Govone sowie die über die ganze Region verteilten Andachtsorte der sog. „Sacri Monti“ (heiligen Hügel) geben von der reichen Kulturgeschichte der Gegend erschöpfend Auskunft.

Kulinarisch ist das Piemont vor allem für seine schweren Rotweine und die Trüffel bekannt, die jedes Jahr im Herbst geerntet werden.

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Turin-Flussfrühling © Rcaucino | Dreamstime.com

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