Cala Molins Auf Mallorca

Spanien – Land & Leute

Spaniens Klima zieht jährlich Millionen Urlauber an die Küsten von Mittelmeer und Atlantik. Wer Spanien und seine Bewohner, deren Kultur und die Landschaft wirklich kennenlernen will, mus allerdings ins Landesinnere reisen. Nur dort bekommt man einen Eindruck von der Vielfalt der Baustile, der Kunstrichtungen und des Volkslebens, die die wechselvolle Geschichte des Landes hervorgebracht hat. Eine besondere Unterkunftsmöglichkeit stellen die staatlichen „Paradores Nacionales“ dar. Unter Beibehaltung ihres historischen Wertes und ihrer Bausubstanz wurden zahlreiche alte Burgen, Paläste und Klöster modern ausgestattet und in Hotels umgewandelt.

Die Provinzhauptstadt Avila ist die höchstgelegene Stadt Spaniens (1130 m). In einer strengen, von Gebirgen umschlossenen Landschaft liegt sie wie eine Burg auf einem Hügel über dem Rio Adaja. Hier herrscht ein raues Klima mit kalten Wintern und mäßig warmen Sommern.

Avila wurde als Stadt der Santa Teresa de Jesus bekannt; zu ihren Lebzeiten stand ihre altkastilische Geburtsstadt in einer Blütezeit, die nach der Vertreibung der Mauren Anfang des 17. Jh. zu Ende ging. Zahlreiche Skulpturen von Stieren und Ebern lassen auf die iberische Herkunft der Stadt schließen. Die viele mittelalterlichen Kirchen, Klöster, Herrenhäuser und Adelspaläste machen die Bischofsstadt zu einem wichtigen touristischen Ziel. Seine Anziehungskraft verdankt das alte Avila vor allem der Stadtmauer, die den Kern der Stadt umschließt und zu den besterhaltenen Stadtbefestigungen Europas gehört.

Die Costa Brava (Wilde Küste) ist der nördlichste spanische Küstenstreifen am Mittelmeer. Sie reicht von der französischen Grenze bis zu dem Städtchen Blanes südlich von Gerona. Ihr Name kennzeichnet ihre Gestalt; die größtenteils felsige und stark zerklüftete Küste hat allerdings auch sandige Buchten, an denen kleine Fischerorte liegen. Wegen der großartigen Landschaft gehört die Costa Brava zu den vielbesuchten Gebieten Spaniens.

Der Name der Stadt Leon, der auf die dort stationierte römische Legion zurückgeht, bezeichnet seit 914 auch ein Königreich, das erst 1230 durch die Vereinigung mit Kastilien seine Eigenständigkeit verlor. Dadurch büßte auch die Stadt ihre Bedeutung ein, doch gehören ihre mittelalterlichen Bauten zu den eindrucksvollsten Monumenten Spaniens. Nach einem spanischen Sprichwort ist die Kathedrale von Toledo die reichste, die von Sevilla die größte des Landes – die Kathedrale von Leon aber die schönste. Vom 13. bis 15. Jh. errichtet, folgt sie französischen Vorbildern und ist die einzige gotische Kirche des Landes, in der die Wände durch riesige Glasfenster nahezu aufgelöst sind. In den romanischen Bau der San Isidoro ist als Vorhalle der Panteon de los Reyes einbezogen, der im 11. Jh. als Grablege der Könige von Leon entstand.

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Cala Molins 08“ von Olaf TauschEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons. Lizenztext: http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/legalcode

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