Mallorca

Wer kennt ihn nicht, den größten Tummelplatz Europas? Mallorca ist zu Recht die beliebteste Ferieninsel im Herzen des Mittelmeers. Hinter ihren weißen Stränden und zerklüfteten, oft 200 Meter hohen Klippen erhebt sich eine herrliche Gebirgsregion mit einem Gipfel von 1400 Meter Höhe. Mallorca ist die Insel für Sonne, Wasser-, Wander- und Angelsport sowie für einsame Ecken in ruhigen Stunden.

Über die Hälfte der 777.000 Inselbewohner lebt in der Hauptstadt Palma, eine lebhafte Stadt mit internationalem Flair. Die Insel ist 70 km lang und 111 km breit. Hauptstadt der gleichnamigen Insel ist Mallorca. Die Bewohner sprechen Katalanisch und Spanisch, aber auch Deutsch und Englisch. Chopin und Miró waren hier. Und man kann hervorragend einheimisch essen.

Geschichte

Erste Spuren gehen auf 3500 v. Chr. zurück. In der folgenden Talayot-Kultur um 1300 v. Chr. beginnen erste Handelsbeziehungen mit den Phöniziern und Griechen. 123 v. Chr. gründet eine Römische Invasion die Städte Ponnetnia (heute Alcúdia) und Palma (von lateinisch palma, Siegespalme). Es kamen die Vandalen, die Byzantiner und die Mauren. 1229 wird die Insel von aragonischen Truppen unter Jaum I, der 50 Jahre lang die Insel regierte, erobert und als Königreich ausgerufen. 1349 vertrieb Pedro IV. den Enkel von Jaum I Jaum den III. Er machte aus Mallorca eine aragonische Provinz. Bis zu ihrer Autonomie der Balearischen Inseln 1983 wurde die Insel vom spanischen Festland aus regiert. Bekannt ist der Besuch 1838/39 des polnischen Komponisten Frédéric Chopin und seiner Geliebten, der französischen Schriftstellerin George Sand, in Valledemossa.

Größere Städte auf Mallorca

Die Stadt Palma verwöhnt Urlauberherzen: Es gibt Kaffee- und Weinbars, gehobene Restaurant mit gehobener Küchen, Kunst, Kultur und Architektur. Glanzlichter der Architektur stammen aus der Zeit der Gotik und des modernisme, der katalanischen Variante des Jugendstils. Wahrzeichen der Inselhauptstadt ist Palmas gotische Kathedrale „La Seu“. Einer Legende zufolge ließ König Jakob I. sie 1229 aufgrund eines Gelübdes errichten, nachdem er einen schweren Sturm auf See überlebt hatte. Hinter dem Villenviertel El Terreno ragt Mallorcas zweites Wahrzeichen, die zylindrische Festung des Castillo de Bellver, empor. Bis 1915 war sie ein Gefängnis. Die immer noch gut erhaltene und sehr malerische Altstadt mit ihren engen Gässchen von Palma wird von großen Boulevards begrenzt, den so genannten Avingudes. Der Ort lädt wahrlich zum Bummeln ein. An der Stadtgrenze beginnt ein neun Kilometer langer Strand gen Westen. Der Flughafen von Palma de Mallorca nennt sich Son Sant Juan. Es gibt eine deutsche Tageszeitung.

Nach Palma gibt es keine weiteren Städte, sondern nur Gemeinden mit für unsere Verhältnisse wenigen Einwohnern. Dazu gehören Calvià (43.500), Manacor (36.000), Llucmajor (30.000), Marratxi (28.000), Inca (26.000), Felanitx (16.000), Pollenca (16.000), Alcudia (16.000) und Soller (12.000).

Touristisches Zentrum

Das berühmte Touristenzentrum „Ballermann 6“ liegt am schier endlosen Strand von L` Arenal, an dem sich 250 Hotels in verschiedenen Ortschaften reihen. Das Gebiet wurde in 15 Balnerarios (Strandabschnitte mit Strandbars) eingeteilt. Ballermann 6 ist dabei das Zentrum des deutschen Tourismus. In Diskotheken mit deutschen Namen wie „Oberbayern“ und „Schinkenstraße“ wird immer noch deftig gefeiert. Also nach wie vor ein Spitzen- Tipp für alle, die gern Party- Urlaub machen. Andererseits findet man auf Mallorca auch ideale Plätze für Ruhe und Erholung. Auch sportliche Urlauber kommen voll auf ihre Kosten.

Sehenswertes auf Mallorca

Kunst,

meist die Malerei, wird auf der Insel mit den schönen Gebirgszügen und dem herrlichen Wetter groß geschrieben. Es gibt eine Vielzahl an Galerien in privater Hand, die immer auf einen stöbernden Urlauber warten und zum Kauf einladen. Das Centro Cultural Andratx auf der Insel in der Stadt Andratx ist eines der größten europäischen Privatgebäude für zeitgenössische Kunst. Es besitzt vier Studios, in denen Künstler aktiv wirken können. Ebenso finden Konzerte und aktuelle Ausstellungen statt. Das Café ist für mehr als 200 Gäste gedacht und lohnt auf jeden Fall einen Besuch.

Das erst kürzlich eröffnete Museum für Moderne und zeitgenössische Kunst in der Stadt Palma zeigt auf 5000 Quadratmetern Werke in den Kunstrichtungen Landschaftsmalerei, Frauenporträts, Akt, 80-er Jahre, Keramik und Papier. Viele Meisterstücke bedeutender Künstler wie Picasso, Kandinsky, Matisse, Kiefer, Hartung und andere erfreuen den Kunstliebhaber. Man sollte genügend Zeit mitbringen. Das Museum wurde als neues Gebäude innerhalb einer alten Befestigungsanlage der Renaissance-Stadtmauer errichtet. Die als „Baluard de Sant Pere“ bekannte Festung in der Altstadt Palmas befand sich in einem Zustand des Verfalls. Nun ist es nicht nur historisch gesehen für die Öffentlichkeit zugänglich.

Höhlenbesichtigungen

Ein Ausflug zu den Höhlen und Grotten der Insel ist auch eine originelle Art, der Sonnehitze zu entfliehen. Bei einer zweistündigen Führung durch die zwei Kilometer langen Drachenhöhlen bei Portocristo sind bizarre Gebilde zu bewundern. Auch ein unterirdischer See, der Lago Martel, bietet ein besonderes Schauspiel, das man besser vor Ort selbst anschaut. Weitere Höhlen sind die Cuevas des Hams (Hakenhöhlen) und die Cuevas de Artá. Nach ihrem Besuch schrieb Jules Verne ein Buch. Es trug den Titel: Reise in die Mitte der Erde.
Weitere Höhlen im Nordwesten der Insel liegen zwischen Inca und Alcúdia (Cuevas de Campanet) oder in der Nähe von Palma (Cuevas de Génova).

Valledemosa

Mehr als 100.000 Besucher zählt das Kartäuserkloster La Cartuja im landeinwärts gelegene kleine Ort Valledemosa jährlich. Sie kommen, um die Zelle des Kloster La Cartuja zu besichten, in welche Frédéric Chopin und die französische Schriftstellerin George Sand überwinterten. Mallorca inspirierte den Künstler zu wundervollen Kompositionen. Außerdem bietet der Ort das Kulturzentrum Costa Nord (Initiator Michael Douglas), welcher wertvolle Informationen zur mallorquinischen Bergregion Serra de Tramuntana veröffentlicht. Der Besucher sollte nicht vergessen, den dort traditionellen Mandeltrunk mit Kartoffelgebäck zu probieren.

Nationalpark Cabrera

Der Archipel Cabrera vor der Südküste Mallorcas ist eines der wenigen noch unberührten Paradiese im gesamten Mittelmeer und wurde daher von der spanischen Regierung zum Nationalpark erklärt. Die spektakulären Landschaften, seine Fauna und Flora machen dieses Archipel, das aus insgesamt 19 Inseln besteht, zu einem ganz besonders schönen Ort. Hier lernt man die Natur der Balearen hautnah kennen. Jeweils um 9:30 Uhr und 18:00 Uhr gibt es geführte Touren. Außerdem dann, wenn eines der Colondrinas, der Ausflugsboote, eintrifft. Hinweise gibt es im Informationsbüro. Auf dem Archipel kann man weder Getränke noch Speisen kaufen, daher immer ausreichend mitnehmen.

Mallorca ist auch die Insel der Festungen, die auf die Verteidigung im 13. Jahrhundert zurückgehen. Sie wurden als Schutzschilde gegenüber Piraten errichtet. Wichtig war ebenso, dass die Festungen eine gewisse Höhe über dem Meeresspiegel besaßen. Heute sind noch zu besichtigen das Castell d’Alaro in Puig de Alaro, das Castell de Rey im Ort Pollença, das Castell de Capdepera im gleichnamigen Ort sowie das Castell de Santueri in Felanitx aus dem 14. Jahrhundert.

Auch steht die Insel in der Zahl an Klöstern und Einsiedeleien anderen Inseln voran. Das bekannteste Kloster und traditionsreicher Wallfahrtsort ist das 1342 gegründete Kloster auf dem 509 Meter hohem Puig Sant Salvador, zwei Kilometer von Felanitx entfernt. Auch die Kartause von Valledemossa ist eines der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Insel.

Eine fast vollständig erhaltene Siedlung aus der Talayot-Kultur (1300 bis 1000 v. Chr.) und archäologische Ausgrabungsstätte im gesamten östlichen Gebiet der Insel ist Ses Païsses. Die Siedlung ist leicht zugänglich und befindet sich auf einer von alten Steineichen umgebenen Anhöhe, weniger als einen Kilometer vom Ortskern der Stadt Artà entfernt. In südöstlicher Richtung der Hauptstraße von Artà nach Capdepera folgend findet man unmittelbar nach dem alten Bahnhof rechts ein Hinweisschild.

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Sankt Ponsa, Mallorca © Czanner | Dreamstime.com

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