Leuchtturm in Galicien

Galicien

Urlaub in Galicien – da, wo Europa beginnt

Galicien ist da, wo Europa beginnt. Wo die atemberaubend höchsten Steilküsten an herrlich grünes Land 400 Meter über dem Meeresspiegel angrenzen. Wo trichterförmige Flussmündungen, die so genannten Rias, das fruchtbare Land durchziehen und das Land mit dem Meer verknüpfen. Wo Kühe auf grünen Koppeln weiden, wo bunter Fischerdörfer die 300 km Sandstrand säumen und wo hervorragender Wein wächst. Galicien ist das „immergrüne“ Spanien. Es vereint nicht nur auf wunderbare Weise noch heute Tradition und Landwirtschaft, sondern glänzt mit einer historischen Sensation: Ihre Hauptattraktion ist der Pilgerweg nach Santiago de Compostella.

Nicht nur Kulturinteressierte, sondern gerade tausende Pilger besuchen jährlich den westlichsten Zipfels Spaniens. Galicien grenzt an den Atlantik, Portugal sowie an die spanischen Regionen Asturien und Kastilien-León. Das von den Galiciern selbst als „bezwungenes Land“ bezeichnete Gebiet ist durch eine Bergkette vom restlichen Europa getrennt. Ihre höchste Erhebung ist der Pena Tevina mit 2100 m Höhe. Das Land mit den etwa 2,7 Millionen Einwohnern lebt vom Fischfang und der Landwirtschaft. Neben Spanisch wird auch Galicisch gesprochen, das seit 2005 eine der offiziellen Sprache der Autonomen Region Galicien ist. Schon in der Bronzezeit wurde hier Metall verarbeitet.

Galicien
Galicien grenzt an den Atlantik und ist ein beliebtes Reiseziel in Spanien.

Urlaubsorte in Galicien

Santiago de Compostela

Santiago de Compostela ist eine ganz außergewöhnliche europäische Stadt und die Hauptstadt der Autonomen Region Galicien. Seit dem Jahr 830 ist sie nach Rom und Jerusalem eines der bedeutendsten Pilgerzentrum und Wallfahrtsort des christlichen Mittelalters. Die Stadt mit rund 90.000 Einwohnern war 2000 Kulturhauptstadt Europas. Der Camino de Santiago Jakobsweg wurde 1987 zum ersten europäischen Kulturweg erhoben. 1985 wurde die Stadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. 1987 folgte dann der Pilgerpfad Jakobsweg als „erster europäischer Kulturweg. So sagte schon Goethe „Europa entstand bei den Pilgerungen nach Compostela“.

Die noch aus dem Mittelalter stammenden und durch die Nicht-Besetzung der Mauren heute noch architektonisch gut erhaltenen galicischen Städte haben ihren ganz besonderes Flair bis zum heutigen Tage bewahrt. Zum Meer gewandt sind A Coruña und Vigo sehr größere Städte. Lugo, Ferrol und Pontevedra sind eher traditionelle Städte mit Verwaltung und Industrie.

Santiago de Compostela
Santiago de Compostela wird von viele Pilgerern besucht.

Lugo

Lugo hat neben seinen historisch gut erhaltenen Stadtmauern ein Kloster, eine Kathedrale sowie heute noch klar auszumachende römische Thermen, die einen Besuch lohnen.

Pontevedra

Pontevedra ist die Provinzhauptstadt vom Rías Baixas und glänzt mit Kirchen, Klosterruinen sowie einer Basilika. Im nahe gelegenen Ort A Guarda gibt es keltische Siedlung mit ovalen Häusern zu bestaunen. Hier wächst Wein mit herrlichen Noten des Meeres.

Basilika von Santa Maria
Die Basilika Santa María La Mayor zählt zu den Sehenswürdigkeiten Pontevedras.

Die schönsten Strände in Galicien

Wer in Galicien baden will, der findet einige wenige (unten aufgeführte) Kilometer lange Sandstrände und sehr oft nicht einmal einhundert Meter lange, kleine Buchten in der zerklüfteten Steilklippen-Küstenlinie vor.

Carnota

Der Strand von Carnota in La Coruna besitzt herrlich karibisches Wasser. Die Bucht mit feinem weißem Sand ist gesäumt von einer kleinen Bergkette, die mit grüner Vegetation bedeckt ist.

Strand in Galicien
Galicien mit seinen weißen Sandstränden und dem herrlichen karibischem Wasser ist ein Traum.

Foz

Der Strand Foz steht dem Strand Carnota in nichts nach. Er wartet sogar mit einem gut bewachsenen Dünenbereich auf, so dass der Strand noch ein sehr natürlich gewachsenes Aussehen bewahren konnte. Hervorragende Infrastruktur lässt keine Wünsche offen.

Ribadeo

Der Strand Ribadeo bei Lugo ist wegen seiner bizarren, in das Meer wie hineingewachsen scheinenden Felsformationen einer der bekanntesten von Galicien. Winde und Wasser gaben ihm sein Aussehen. Der nur 300 Meter lange Strand besitzt wunderbaren feinen Sand.

Mexiolleira

Ein etwa ein Kilometer langer Sandstrand mit gelben Sand und Dünen nennt sich Mexiolleira bei dem Ort O Grove in der Region Pontevedra.

Sandstrand in Galicien
Sandstrand in Galicien

A Lanzada

Der Strand A Lanzada bei Pontevedra ergötzt alle Badenden mit wunderbar türkisfarbenem Wasser. Taucher und Surfen kommen an diesem mehr als zwei Kilometer langen Strand mit gutem Wellengang auf ihre Kosten.

Sehenswürdigkeiten in Galicien

Pilgerweg

Seit Jahren erlebt der Pilgerweg nach Santiago des Compostela einen immer höher werdenden Ansturm christlicher Gläubiger: Kamen im 9. Jahrhundert etwa eine halbe Million Menschen des Weges, so waren es im 12. Jahrhundert etwa eine Million Pilger pro Jahr. Auch heute noch erfreut sich der Jakobsweg uneingeschränkter Beliebtheit, wobei die Motive der Pilgerung von christlichen über spirituelle bis hin zu künstlerischen Bekenntnissen reicht. 1999 zählte man im Pilgerbüro mehr als 154.000 Pilger, davon kamen 128.000 zu Fuß, 24.000 per Rad und 1400 per Pferd. Im 12. Jahrhundert wurde in der Stadt der Vorläufer der europäischen Reiseratgeber produziert der Codex Calixtinus. Er informierte ausführlich den Wegverlauf.

Pilgerweg in Galicien
Der Pilgerweg nach Santiago de Compostela erlebt einen immer stärkeren Ansturm christlicher Gläubiger und Sinnsucher.

Das Einzugsgebiet reichte bis nach Skandinavien und in das östliche Mitteleuropa. Im 15. Jahrhundert wurden heilige Jahre eingeführt, die immer dann stattfinden, wenn der Jakobstag (25. Juli) auf einen Sonntag fällt. Das letzte Heilige Jahr fand 2004 statt, das nächste wird 2010 sein. Seit dem Heiligen Jahr 1976 erlebt der Jakobsweg eine Renaissance. Jährlich treffen durchschnittlich 75.000 Pilger ein.

Kathedrale von Santiago de Compostela

Wer in Galicien weilt, der sollte einen Besuch des wohl am meisten beeindruckenden Bauwerkes der Region, der Kathedrale von Santiago de Compostela, nicht versäumen. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und natürlich Galiciens. Die Kathedrale steht über der angeblichen Grabstätte des Apostels Jakob. Der Beginn ihrer Errichtung wird auf 1077 datiert unter der Herrschaft Alfons VI. Heute ist nur noch das romanische Südportal in der ursprünglichen Gestalt erhalten. Insgesamt finden sich viele Baustile (Barock, Neoklassizismus, Gotik).

Mehr als imposant neben dem vergoldeten Baldachin hängt über dem Altar das Botafumeiro ein etwa 1,60 m großes Weihrauchfass, das an einem etwa 30 Meter langen Seil von der Decke hängt. Manchmal wird es von acht Männern in Bewegung gesetzt und bis hoch unter die Decke geschwungen. Es wird vermutet, dass dieses besonders große Weihrauchgefäß dazu diente, die Ausdünstungen der Pilger zu übertünchen.

Kathedrale von Santiago de Compostela
Die Kathedrale von Santiago de Compostela ist eines der am meisten beeindruckenden Bauwerke der Region.

Altstadt von Santiago de Compostela

Nicht ohne Grund wurde die Altstadt des Wallfahrtsortes unter UNESCO Weltkulturerbe gestellt Die am meisten belebte Straße in der Altstadt Santiagos ist die Rúa de Franco. Sie führt zum Platz vor der Kathedrale. Aufgrund der regen Besucherverkehrs finden sich ausreichend in ihrer Umgebung Restaurants mit galizischen Spezialitäten.

Parque de Bonaval in Santiago de Compostela

Dieser historische Park ist gerade erst ein Jahrzehnt alt. Er besteht aus drei Teilen: Carballeira de San Domingos, Huerta de San Domingos und das ehemalige Campo Santo. Hier wachsen knapp 30 Pflanzenarten, die insgesamt 150 Pflanzen im ganzen Park bilden. Bekannte Bauwerke des Parls sind unter anderem die Kirche, der Panteon, das Museo de Pobo Galego und das Museum für Zeitgenössische Kunst Álvaro Siza. Zudem bietet sich hier ein atemberaubender Blick auf Santiagos Innenstadt.

Kathedralen & Klöster

Weitere Kathedralen von unschätzbarem Wert stehen in Orense, Lugo und Tui. Und die über die Grenzen hinaus bekannten religiösen Orte wie Kloster San Salvador oder das Kloster Santa María verdienen weiterhin Beachtung und lohnen einen Tagesausflug.

Herkules Leuchtturm
Der Herkules-Leuchtturm bietet einen herrlichen Ausblick über Meer und Stadt.

Herkules-Leuchtturm

Der aus der römischen Eroberung im 2. Jahrhundert v. Chr. stammende Herkules-Leuchtturm im Ort A Coruña freut sich immer auf Besuch. Man bezwingt seine 68 Höhenmeter, indem man seine 242 Stufen besteigt. Damit eröffnet sich dem Treppensteiger ein herrlicher Anblick über Meer und Stadt.

Cabo Finisterre

Ebenso das Cabo Finisterre. Das so genannte „Ende der Welt“ in Galicien besteht aus einer Halbinsel etwa 60 Kilometer von Santiago entfernt. Seine Erhebungen aus Granit ragen etwa 600 Meter hoch über den Meer. Es ist nicht der westlichste Zipfel Europas.

Keltische Siedlung

Eine keltische Siedlung mit noch vollständig erhaltenen Häusern in runder, ovaler und quadratischer Form liegt unweit von Pontevedra. Erst 1913 wurde sie durch den Bau einer Schnellstraße entdeckt, und bereits 1931 zum historischen Kulturdenkmal erklärt. Die Funde stammen von den Ureinwohner des Monte de Santa Tecla, die die Grundzüge der iberischen Burgen legten.

Auf den Inseln (Inselgruppe) Cíes kann man ein präromanisches Dorf besichtigen.

keltische Siedlung
Unweit von Pontevedra liegt eine keltische Siedlung mit vollständig erhaltenen Häusern.

Freizeitangebote in Galicien

Wellness

In Galicien gibt es insgesamt 19 Thermalbäder, die sich auf die vier Provinzen um die Städte Pontevedra, Ourense, Lugo und La Coruña verteilen. Entdeckt wurden die heißen Quellen bereits von den Römern, die seit dem zweiten Jahrhundert vor Christus die Region besiedelten. So entpuppte sich die Region als neues Wellness-Zentrum der gesamten iberischen Halbinsel.

Naturparks

Eine herrliche Natur-Attraktion bestehend aus vier Inseln ist der etwa 8000 Hektar große Nationalpark Islas Atlánticas. Er befindet sich in der Provinz Pontevedra im Rias Baixas. Dieses gut geschützte Ökosystem ist vor allem eines: Rückzugsgebiet für allerlei Vogelarten. Unter Wasser wurden neben Delfinen, Robben, Walen und Schildkröten auch 200 Algenarten gezählt. Den Park kann man nur per Schiff erreichen.

Der Nationalpark Islas Atlánticas
Der Nationalpark Islas Atlánticas ist eine herrliche Natur-Attraktion.

Einkaufsführer

In Santiago de Compostela kauft man die so genanten Boinnas, die Baskenmützen. Überall gibt es eine große Auswahl an Lederschuhen, Wäsche, Keramik, sowie Mandelgebäck und Delikatessen.

Weitere Reiseinformationen über Galicien

Küche und Wein in Galicien »

Klima und Wetter »

Geschichte von Galicien »

 

 

© Fotos:

Leuchtturm in Galicien © José Pedro Pascual | Dreamstime.com
Strand in Galicien © AMDUMA, Pixabay
Santiago de Compostela © javierAlamo, Pixabay
Basilika Santa María La Mayor © Milosk50 | Dreamstime.com
Sandstrand in Galicien © Lunamarina | Dreamstime.com
Strand in Galicien © veroarmesto, Pixabay
Pilgerweg nach Santiago des Compostela © AndyM6139, Pixabay
Kathedrale von Santiago de Compostela © PMRMaeyaert – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
Herkules-Leuchtturm © nikola_pu, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
Keltische Siedlung © Luis Miguel Bugallo Sánchez (Lmbuga)Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Nationalpark Islas Atlánticas © Henrique Pereira, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons